Kooperationsvertrag – was du vor der gemeinsamen Arbeit regeln musst
Kooperationsvertrag für Agenturen, Freelancer und Startups. Rollen, Gewinnverteilung, IP-Rechte – was du vor der gemeinsamen Arbeit regeln musst.
Lukas Ebner
Gründer, vertrag.io
Du willst mit einer anderen Agentur, einem Freelancer oder einem Startup zusammenarbeiten. Gemeinsam ein Projekt stemmen, Kunden teilen, Ressourcen bündeln. Klingt nach einer Win-win-Situation – bis die erste Frage kommt: Wer bekommt wie viel? Wem gehört das Ergebnis? Wer haftet, wenn etwas schiefgeht? Ein Kooperationsvertrag klärt genau das. Und nein, eine mündliche Absprache oder eine Slack-Nachricht reicht nicht.
Wann brauchst du einen Kooperationsvertrag?
Kooperation ist nicht gleich Subunternehmerschaft: Beim Subunternehmer führt oft eine Partei aus, die andere liefert im Hintergrund. Bei einer echten Kooperation stehen Partnern auf Augenhöhe – geteilte Verantwortung, geteiltes Risiko, geteilter Erfolg. Eine GbR entsteht unter Umständen sogar stillschweigend, wenn ihr gemeinsam gewinnt – das willst du steuerlich und haftungsrechtlich nicht aus Versehen.
Typische Szenarien: Zwei Agenturen pitchten zusammen, ein Freelancer und eine Agentur bündeln Skills für einen Pitch, zwei Gründer wollen vor der GmbH erst mal ein Projekt gemeinsam fahren. In allen Fällen: schriftlich klären, wer was tut und wer was bekommt.
Die 7 Kern-Klauseln
Zweck und Ziel der Kooperation
Ein Satz reicht nicht. Definiert ihr ein gemeinsames Angebot, eine Kampagne, eine Produktlinie? Was ist Erfolg – Umsatz, Abschluss, Lieferung? Ohne Ziel messen später beide Seiten unterschiedlich.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Wer ist Ansprechpartner beim Kunden? Wer signiert Angebote? Wer trägt operative Last – und wer entscheidet bei Konflikten? Ein RACI-light reicht oft: responsible, accountable, consulted, informed.
Gewinn- und Kostenverteilung
50/50 oder nach Beitrag? Was passiert bei Mehraufwand? Wer trägt Vorleistungen? Wie wird abgerechnet – gemeinsame Rechnung, Split, Treuhand? Zugegeben: Das ist unbequem zu besprechen – aber genau deshalb schreibst du es hin.
Geistiges Eigentum (wem gehört was?)
Templates, Code, Marken, Konzepte: Wer darf was weiterverwenden nach Projektende? Oft entsteht Streit, weil beide Parteien „ihre“ Idee mitnehmen wollen. Regel Nutzungsrechte und Namensnennung schriftlich.
Exklusivität (ja/nein)
Dürft ihr parallel mit Wettbewern der anderen Seite arbeiten? Gibt es Exklusivität für Branche oder Region? Ohne Klausel interpretiert jeder das „natürlich“ anders.
Laufzeit und Exit-Klausel
Wann endet die Kooperation – nach einem Projekt, nach einem Jahr, mit Kündigungsfrist? Wie steigt man aus, wenn es nicht passt? Exit ohne Drama braucht vorherige Regeln zu Daten, Kunden und laufenden Deals.
Haftung und Streitbeilegung
Haftet jeder für eigenes Verschulden, haftet die Gruppe solidarisch? Schlichtung, Mediation, Gerichtsstand? Ein Absatz spart später teure Klagen.
Die 3 größten Fehler bei Kooperationsverträgen
Keine Exit-Klausel – dann hängt ihr in Abhängigkeiten, wenn das Projekt schief läuft. Ungeklärte IP-Rechte – beide verkaufen „das gleiche“ Konzept weiter. Keine Gewinnverteilung bei Folgeaufträgen – der Kunde bestellt nach, aber nur eine Partei hat den Kontakt. Genau dort entstehen die härtesten Konflikte.
So erstellst du deinen Kooperationsvertrag mit vertrag.io
Du nutzt die Kooperationsvertrag-Vorlage oder den KI-Assistent: Ihr beschreibt gemeinsam Zweck, Rollen, Aufteilung – der Text wird daraus strukturiert. Ihr könnt Klauseln anpassen, bevor ihr unterschreibt. So bleibt nichts in Slack-Threads stecken, was später niemand findet.
Du willst deinen Kooperationsvertrag nicht von Hand schreiben? Der AI-Assistent baut ihn in 5 Minuten für dich auf.
Kooperationsvertrag mit AI erstellenFazit
Ein Kooperationsvertrag ist kein Misstrauensvotum – er ist die Landkarte für Zusammenarbeit. Die sieben Kernpunkte plus die typischen Fehler oben sind das Minimum, bevor ihr gemeinsam unterschreibt oder Kunden vorstellt. Wer das klärt, arbeitet schneller und streitet seltener über Geld und Ideen.
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